Gesellschaftliche Werthaltungen

Welche Werthaltungen haben Konsument:innen zu Biodiversität?

Bisher liegen kaum Untersuchungen dazu vor, inwieweit ein Bewusstsein über den Zusammenhang von Lebensmittelproduktion und -konsum und der Gefährdung von Biodiversität vorhanden ist und wie die gesellschaftliche Sensibilität für dieses Thema gesteigert werden kann.

Ziel ist es daher, gesellschaftliche Werthaltungen zu Biodiversität bezüglich der Lebensmittelproduktion und das Bewusstsein für den Zusammenhang von Lebensmittelproduktion und Biodiversität für verschiedene gesellschaftliche Gruppen in Deutschland zu erfassen.

Das Teilprojekt zu den gesellschaftlichen Werthaltungen beschäftigt sich mit folgenden Fragestellungen:

  • Welche Werthaltungen und Einstellungen liegen zur Bedeutung der Lebensmittelproduktion für Biodiversität bei unterschiedlichen Akteursgruppen vor?
  • Wie können die Erkenntnisse zu normativen Werthaltungen bezüglich Biodiversität in die Bewertung verschiedener Landnutzungsformen einfließen?
  • Wie können die Erkenntnisse zu Einstellungen und Verhaltensabsichten der Konsument:innen im Bereich Biodiversität für die Unternehmenskommunikation im Lebensmittelsektor genutzt werden?

Im Projektverlauf werden zur Erfassung der gesellschaftlichen Perspektive auf Biodiversität in der Lebensmittelproduktion verschiedene Methoden eingesetzt:

  • Dokumenten- und Sekundärdatenanalyse
  • eine repräsentative Konsument:innenbefragung
  • Fokusgruppen mit Konsument:innen

Repräsentative Konsument:innenbefragung

Um die Einstellungen von Konsument:innen zu Biodiversität und ihre Verhaltensabsichten zu ermitteln, wird eine Online-Befragung mit 1.000 Teilnehmer:innen zwischen 18 und 69 Jahren durchgeführt. Befragt wird eine Stichprobe, die für die internetnutzende Bevölkerung in Deutschland hinsichtlich Wohnort, Geschlecht, Alter und Bildung repräsentativ ist. Wesentliche Inhalte der Befragung sind das Wissen über Biodiversität, das Bewusstsein über den Einfluss der Lebensmittelproduktion auf die Artenvielfalt sowie diesbezügliche Einstellungen und Priorisierungen der Befragten z.B. nach Nutzenerwägungen. Weiterhin werden die Handlungsbereitschaft zum Erhalt von Biodiversität (z.B. durch den Kauf biodiversitätsgerechter Produkte) und die Erwartungen der Konsument:innen bezüglich Artenschutz an Lebensmittelproduzenten erfragt. Aus den erhobenen Daten sollen im Hinblick auf die Werthaltungen charakteristische Konsumentengruppen identifiziert werden.

Fokusgruppe mit Konsument:innen

Die repräsentative Online-Befragung wird ergänzt durch eine Gruppendiskussion mit Konsument:innen. Im Rahmen der moderierten Diskussionsrunde wird vertieft, wie das Bewusstsein von Konsument:innen für den Zusammenhang zwischen Biodiversität und Lebensmittelproduktion im Alltag gesteigert werden kann. Das Ergebnis der Fokusgruppe sind Empfehlungen für Kommunikationsmaßnahmen, mit denen die Attraktivität biodiversitätsgerechter Lebensmittel gestärkt und die Handlungs- und Zahlungsbereitschaft der Verbraucher:innen gefördert werden können.

Gesellschaftliche Werthaltungen

Gesellschaftliche Werthaltungen zu Biodiversität und Lebensmittelproduktion und dem Bewusstsein für den Zusammenhang von Lebensmittelproduktion und Biodiversität in Deutschland zu erfassen, ist Ziel dieses Forschungsmoduls.

Wirkungsabschätzung Biodiversität

Ziel ist es, die Wirkungsabschätzung von Biodiversität in der Ökobilanz praxisnah zu optimieren und um diffuse Effekte sowie aquatische Biodiversität zu ergänzen.

Biodiversität in Unternehmen

Gemeinsam mit den Unternehmen FRoSTA AG, Alfred Ritter GmbH & Co. KG und Seeberger GmbH wird in Reallaboren erarbeitet, wie Auswirkungen von Unternehmens- und Produktionsprozessen auf Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln besser erfasst und in Entscheidungen berücksichtigt werden können.

Transdisziplinäre Integration

Das Wissen aus den drei Forschungsmodulen zusammenzuführen und gemeinsam mit den Reallaborunternehmen und weiteren Unternehmen u.a. im Arbeitskreis Biodiversität weiterzuentwickeln, ist das Ziel der transdisziplinären Integration.