BIODIVERSITY VALUING

„Ziel von BioVal ist es, zu erforschen, wie negative Auswirkungen der Produktion und des Konsums von Lebensmitteln auf Biodiversität verringert werden und diese stattdessen positive Wirkungen entfalten können.“

BioVal erarbeitet Lösungen, um negative Auswirkungen auf Biodiversität durch Lebensmittel entlang des Lebenswegs zu verringern. Gemeinsam mit Unternehmen wird eruiert, wie sie zur Förderung von Biodiversität entlang von Produktlebenszyklen beitragen, dies im Management verankern und kommunizieren können. Hierzu werden Maßnahmen entwickelt und erprobt.

Hauptergebnis von BioVal sind Empfehlungen zur Steigerung von Biodiversität entlang von Produktlebenszyklen von Lebensmitteln sowie in Reallaboren erprobte und getestete Lösungsangebote für Unternehmen zur Integration von Biodiversität in Managementsysteme und -tools sowie in die Business-to-Business und Business-to-Consumer-Kommunikation.

Zudem wird durch die Weiterent­wicklung der Wirkungsabschätzungsmethode zu terrestrischer Biodiversität in der Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) sowie der Neuentwicklung einer Methode zur Wirkungsabschätzung von mariner Biodiversität Input in die internationale Methodendiskussion gegeben.

Was ist eigentlich Biodiversität?

Was ist eigentlich Biodiversität?

Biologische Vielfalt – oder Biodiversität – ist ein Begriff, der vor allem durch den Entomologen Edward Osborne Wilson bekannt wurde. In seiner Veröffentlichung „Biodiversity“ von 1988 schlägt er vor, Biodiversität als globale Ressource zu behandeln, die geschützt und indiziert werden muss [1]. Biodiversität als Begriff existiert nicht nur in der Biologie oder Ökologie, sondern zielte schon früh darauf ab, insbesondere politische Entscheidungsträger:innen und die breite Öffentlichkeit anzusprechen. Von der ersten Erwähnung an wurde die biologische Vielfalt mit dem Schutz und der Erhaltung der Natur in Verbindung gebracht [2, 3, 4]. Der Begriff der Biodiversität hat eine Vielzahl von Definitionen. Seit der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Rio de Janeiro im Jahr 1992 wird biologische Vielfalt als die „Variabilität unter den lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Art, zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme“ bezeichnet [5, 6]. Das Millennium Ecosystem Assessment (MEA) versteht unter Biodiversität die „Vielfalt des Lebens auf der Erde“, die die „Vielfalt aller Organismen, seien es Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen, die Vielfalt innerhalb und zwischen Arten und Populationen sowie die Vielfalt der Ökosysteme“ umfasst [7].

Die Intaktheit der Biodiversität ist ein entscheidender Faktor für das Funktionieren jedes globalen Ökosystems. Ein gesunder Zustand der Biodiversität ist nicht nur notwendig, um Nährstoffkreisläufe und abiotische Flüsse am Laufen zu halten, sondern auch um die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen sicherzustellen. Der Verlust von Ökosystemleistungen hat aller Wahrscheinlichkeit nach negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.

[1] Wilson (1988): Wilson, E.O. 1988. Biodiversity. Washington (DC) : National Academies Press (US), 1988. ISBN: 0-309-03739-5
[2] Nentwig et al.
(2007): Nentwig, W., Bacher, S. und Brandl, R. 2007. Ökologie Kompakt. Berlin Heidelberg : Springer Verlag, 2007. ISBN: 978-3827418760
[3] Heinrichs, et al.  (2014): Heinrichs, H. und Michelsen, G. 2014. Nachhaltigkeitswissenschaften. Berlin Heidelberg : Springer Verlag, 2014. ISBN: 978-3642251115
[4] Härdtle (2002): Härdtle, W. 2002. Studium der Umweltwissenschaften: Naturwissenschaften. Berlin Heidelberg : Springer Verlag, 2002. ISBN: 978-3540410829
[5] CBD (2005):
CBD. 2005. Handbook of the Convention on Biological Diversity. Montreal : Secretariat of the Convention on Biological Diversity, 2005. ISBN: 92-9225-011-6.
[6] UNEP (1992):
UNEP. 1992. Convention on biological diversity: Text and annexes. Geneva : UNEP, 1992.
[7] MEA (2005):
MEA, Millennium Ecosystem Assessment. 2005. Ecosystems & human well-being – synthesis. Washington : Island Press, 2005.

Gesellschaftliche Werthaltungen

Gesellschaftliche Werthaltungen zu Biodiversität und Lebensmittelproduktion und dem Bewusstsein für den Zusammenhang von Lebensmittelproduktion und Biodiversität in Deutschland zu erfassen, ist Ziel dieses Forschungsmoduls.

Wirkungsabschätzung Biodiversität

Ziel ist es, die Wirkungsabschätzung von Biodiversität in der Ökobilanz praxisnah zu optimieren und um diffuse Effekte sowie aquatische Biodiversität zu ergänzen.

Biodiversität in Unternehmen

Gemeinsam mit den Unternehmen FRoSTA AG, Alfred Ritter GmbH & Co. KG und Seeberger GmbH wird in Reallaboren erarbeitet, wie Auswirkungen von Unternehmens- und Produktionsprozessen auf Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln besser erfasst und in Entscheidungen berücksichtigt werden können.

Transdisziplinäre Integration

Das Wissen aus den drei Forschungsmodulen zusammenzuführen und gemeinsam mit den Reallaborunternehmen und weiteren Unternehmen u.a. im Arbeitskreis Biodiversität weiterzuentwickeln, ist das Ziel der transdisziplinären Integration.

Formative Evaluation

Das Forschungsvorhaben BioVal wird fortlaufend evaluiert, um sicherzustellen, dass die transdisziplinäre Integration gelingt und Wirkung entfaltet.

Neuigkeiten

Lieferant:innenbesuch mit Seeberger

Unkategorisiert
Dr. Ulrike Eberle hat gemeinsam mit Isabell Schäfer und Nadine Kellner (Projektpartner:innen, Seeberger GmbH) einen Lieferanten in Spanien besucht. Ziel des Besuches war es, bereits bestehende Maßnahmen zur Förderung von…

Integrationsworkshop Hamburg 09. & 10. April 2024

Unkategorisiert
Hinter den Kulissen des BioVal-Integrationsworkshops Letzte Woche öffnete FRoSTA in Hamburg seine Türen für unseren neuesten BioVal-Integrationsworkshop. Das gesamte Projektkonsortium aus Wissenschaft und Praxis kam zusammen, um die Fortschritte seit…